In der Ruhe liegt die Kraft! Oder: Vom Melken und Pausieren auf dem KnallerbsenHof

No milk today? In den Wintermonaten ist das bei uns der Regelfall. Ganz gewollt, weil wir unseren Tieren (und ganz unter uns auch uns) eine kleine Auszeit gönnen, bevor die neue Saison startet.

Unser bebilderter Jahresüberblick nimmt Euch mit auf eine Tour durchs KnallerbsenHof-Milch-Jahr...

Januar-Februar

Ende Januar bis Mitte Februar wird es quirlig bei uns: Innerhalb weniger Wochen erblicken nach 5-monatiger Zeit in Ziegen-Mamas-Bauch zahlreiche Zicklein das Licht der KnallerbsenHof-Welt. Und damit beginnt der Jahres-Melk-Kreislauf. Jedes neugeborene Zicklein bekommt die für es so wichtige Milch seiner Mutter - zuerst Biestmilch genannt.

Roundabout Ostern

Wenn die Zicklein weniger Milch brauchen, weil sie Interesse für andere Nahrungsmittel entwickeln, geht es im Melkstand los. Zweimal täglich werden in Gruppen von je 24 Ziegen immer zwölf Ziegen gleichzeitig gemolken. Bevor es aber losgeht, wird jede Ziege einzeln begutachtet. In den blauen Becher im Bild unten werden per Hand ein paar Spritzer Milch gemolken, um sicherzustellen, dass diese makellos ist. Sind die Ziegen ans Melkzeug angehängt, wird automatisch in eine Glocke gemolken (siehe Bild unten). Von der aus geht es über eine "Pipeline" weiter zum Kühl-Tank.

Wir pumpen die Milch warm in den Kühl-Tank. Würden wir das mit kalter Milch machen, könnte so das Gefüge der Milch und damit auch ihr Geschmack zerstört  werden. Deshalb pumpen wir auch die erkaltete Milch vom Kühl-Kessel nicht in die Käserei. Unser Trick: Der Kessel steht erhöht und die Milch fließt genüsslich zur nächsten Station.

..und mit der neuen Milch "kocht" auch wieder der KnallerbsenHof-Käsekessel in unserer Hofkäserei, wo wir mit viel Liebe und Sorgfalt in Handarbeit unsere Ziegenkäsekreationen herstellen, veredeln und pfelgen.

August

Im August wird es dann wieder etwas wuseliger im Stall. Der Grund? Unsere bärtig-adretten Ziegenböcke Case und Ziegimann. Es ist Paarungszeit. Auch kommt die Nachzucht aus dem vorvergangenem Jahr dazu, die zum ersten Mal gedeckt wird. Ziegen sind ab gut einem Jahr geschlechtsreif - sie könnten also schon dann gedeckt und im Anschluss gemolken werden. Auch hier greift unsere Philosophie, dass Gesundheit und Robustheit der Tiere an erste Stelle stehen. Wir lassen den Jungziegen ein ganzes Jahr mehr Zeit, bis es losgeht, damit sie Ihre Energien in den eigenen Körper, Wachstum und Gesundheit stecken können.

Ende Oktober/November

Von Natur aus nimmt der Milchfluss bei den Ziegen zum Spätherbst hin ab, die Tiere "stellen sich trocken". Wir lassen dies geschehen und regen den Milchfluss nicht künstlich weiter an. So reduzieren wir stückweise die Melkintervalle, um die Trockenstellung sanft und Schritt für Schritt zu unterstützen. Wir könnten selbstverständlich auch das ganze Jahr durchmelken. Die Frage ist nur, was das mit den Tieren macht. Wir gönnen unseren Ziegen-Damen ihre von Natur aus vorgesehene Winterpause, in der sie regenerieren und sich auf die Trächtigkeit einlassen können und starten im neuen Jahr mit Zicklein, Milch und neuem Käse wieder durch.

Übrigens: in der Melkpause ist nicht aller Käse Abend. Im Laufe der Melksaison füllen wir die Käsekammer ordentlich mit Bergziege und unseren Zoudas auf! Und mit der "letzten Milch des Jahres" machen wir nochmal Frischkäse und Zieta, die zum "Überwintern" einlegen, sowie den würzigen Ziegembert.

Die verwendeten Bilder sind urheberrechtlich geschützt: Die Fotos aus dem Melkstand, der Käserei und dem Reifereaum stammen von Debra Bardowicks, die restlichen Fotos vom KnallerbsenHof.

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